Wenn man seine Druckdaten anlegt, wird man mit vielen verschiedenen Begriffen konfrontiert. Das kann schnell überfordern – aus diesem Grund helfen wir euch weiter und erklären die wichtigsten Fachbegriffe einfach und verständlich.
Beschnitt
Der Beschnitt (auch Anschnitt genannt) ist die Fläche, die über das eigentliche Endformat hinausgeht. Er sorgt dafür, dass beim Zuschneiden keine ungewollten weißen Ränder entstehen. Wie viel Beschnitt gefordert ist, hängt von der jeweiligen Druckerei ab; Hintergrundbilder und Farbflächen müssen bis in den Beschnitt reichen. In unserem Fall sind das 2 mm.
Gestrichenes und ungestrichenes Papier
Gestrichenes Papier hat eine glatte, oft leicht glänzende Oberfläche, auf der Bilder und feine Details besonders brillant wirken. Ungestrichenes Papier ist matte, offener strukturiert und fühlt sich natürlicher an – etwa bei Flyern, Briefpapier oder nachhaltigen Drucksachen. Die Papierart beeinflusst die Farbwirkung und sollte bereits bei der Druckdatenanlage berücksichtigt werden.
Sicherheitsabstand
Der Sicherheitsabstand ist der Abstand zwischen dem Endformatrand und wichtigen Inhalten wie Texten, Logos oder Bildausschnitten. Er verhindert, dass diese Elemente beim Zuschnitt versehentlich abgeschnitten werden. Üblich sind mindestens 3–5 mm, bei uns sind es 4 mm. Für die Wire-O-Bindung benötigst du 11 mm Abstand zum Rand.
CMYK oder RGB
RGB (Rot, Grün, Blau) ist ein Lichtfarbmodell für Bildschirme, Kameras und digitale Anzeigen. CMYK (Cyan, Magenta, Yellow, Key/Schwarz) ist das Farbmodell des Drucks, bei dem Farben durch übereinander gedruckte Farbschichten entstehen. Für Druckdaten sollten Farben daher in CMYK angelegt werden, da RGB-Farben beim Umwandeln anders ausfallen können. Vereinzelt nutzen Fotolabore auch sRGB für 7-farbigen Druck. Meistens wird aber CMYK verwendet.
DIN-Formate
DIN-Formate sind genormte Papierformate wie A4, A5 oder A6. Sie folgen einem festen Verhältnis, sodass sich Formate durch Halbieren oder Verdoppeln sauber ineinander überführen lassen – beispielsweise A4 zu A5. Für Druckdaten gilt: Das Endformat muss exakt eingehalten und der Beschnitt separat hinzugerechnet werden.
Farbmodus und Farbprofil
Der Farbmodus legt fest, ob eine Datei für Bildschirm (RGB) oder Druck (CMYK) gedacht ist. Das Farbprofil beschreibt zusätzlich, wie Farben konkret interpretiert und auf Papier übertragen werden. Für gestrichene Papiere werden üblicherweise Profile wie PSO Coated v3 und für ungestrichene Papiere PSO Uncoated v3 verwendet. Welches Farbprofil für welches Produkt verwendet wird entnimmst du dem jeweiligen Datenblatt.
Vektorgrafik vs. Pixelgrafik
Eine Vektorgrafik besteht aus mathematisch beschriebenen Linien, Kurven und Formen. Sie bleibt beim Vergrößern jederzeit gestochen scharf und eignet sich ideal für Logos, Icons und Schriften. Üblicherweise haben Vektorgrafiken die Endung SVG, AI oder EPS. Eine Pixelgrafik besteht aus einzelnen Bildpunkten; wird sie zu stark vergrößert, wird sie unscharf oder „pixelig“.
Fotos sind in der Regel Pixelgrafiken. Während bei Vektorgrafiken die dpi keine große Rolle spielen, sind sie bei Bildern umso wichtiger. Eine Pixelgrafik als Vektordatei abspeichern ist nicht ausreichend. Das Element muss vorab in Pfade umgewandelt werden. Ein PNG Logo als SVG Datei abzuspeichern macht aus dieser Pixelgrafik keine Vektorgrafik. Schriften und Logos können über Programme bestimmte Programme wie z. B. Illustrator oder andere in Pfade umgewandelt werden.
dpi
dpi steht für „dots per inch“ und beschreibt die Bildauflösung pro Zoll. Für den Druck werden in der Regel 300 dpi benötigt, damit Bilder klar und detailreich erscheinen. Zu niedrige Auflösungen führen zu sichtbaren Pixeln oder unscharfen Kanten.
Wire-O-Bindung
Bei der Wire-O-Bindung werden die Seiten mit einem Metall- oder Kunststoffdraht spiralförmig bzw. in Ösen gebunden. Sie ermöglicht es, das Produkt vollständig flach aufzuschlagen oder um 360 Grad zu drehen. Wichtig ist dabei ein ausreichender Sicherheitsabstand zur Bindungskante.
PDF, JPG, PNG, TIFF
- PDF: Der Standard für Druckdaten, weil Layout, Schriften, Bilder und Farben zuverlässig zusammengefasst werden.
- JPG: Ein komprimiertes Bildformat, gut für Fotos, aber mit Qualitätsverlust bei starker Komprimierung.
- PNG: Gut für Grafiken mit Transparenz, etwa Logos oder Screenshots.
- TIFF: Ein verlustfreies Bildformat mit hoher Qualität, häufig für hochwertige Bilddaten im Druck.
Für den finalen Druck ist meist eine druckfertige PDF-Datei die beste Wahl.
Eingebettete Schriften
Eingebettete Schriften werden direkt in der Druckdatei mitgeliefert. Nur so kann die Druckerei sicherstellen, dass Texte exakt so erscheinen wie im Layoutprogramm – mit denselben Schriftschnitten, Abständen und Sonderzeichen. Fehlen die Schriften, kann es zu Ersatzschriften und Layoutverschiebungen kommen.
Wire-O-Bindung
Bei der Wire-O-Bindung werden die Seiten mit einem Metall- oder Kunststoffdraht spiralförmig bzw. in Ösen gebunden. Sie ermöglicht es, das Produkt vollständig flach aufzuschlagen oder um 360 Grad zu drehen. Wichtig ist dabei ein ausreichender Sicherheitsabstand zur Bindungskante.
Schmuckfarben / Sonderfarben
Sonderfarben sind eigene, vordefinierte Druckfarben außerhalb des normalen CMYK-Vierfarbdrucks, etwa Pantone-, HKS-, Gold-, Silber- oder Neonfarben. Sie werden eingesetzt, wenn eine sehr präzise Markenfarbe oder ein besonderer Farbeffekt gewünscht ist. Jede Sonderfarbe benötigt in der Druckproduktion einen eigenen Farbauszug.
Überdrucken
Überdrucken bedeutet, dass ein Element direkt über einem anderen gedruckt wird, ohne den Hintergrund darunter auszustanzen. Das wird häufig bei schwarzem Text auf farbigem Hintergrund verwendet, um feine weiße Passerungen zu vermeiden. Bei Sonderfarben sollte Überdrucken jedoch gezielt und vorsichtig eingesetzt werden, da sonst unerwünschte Farbmischungen entstehen können.
Endformat
Das Endformat ist die endgültige, sichtbare Größe eines Druckprodukts nach dem Zuschneiden – etwa 210 × 297 mm bei DIN A4. Bei gefalteten Produkten unterscheidet man zwischen dem offenen Endformat (aufgeklappt) und dem geschlossenen Endformat (zusammengefaltet).
Endformatrahmen
Der Endformatrahmen markiert in den Druckdaten die genaue Kante des fertigen Produkts. In PDF-Dateien entspricht er in der Regel der TrimBox; er zeigt der Druckerei, wo später geschnitten wird. Wichtige Inhalte wie Texte oder Logos sollten deshalb nicht direkt an diesem Rahmen liegen.
Beschnittrahmen
Der Beschnittrahmen liegt außerhalb des Endformatrahmens und enthält die Beschnittzugabe. Hintergrundfarben, Bilder und Flächen müssen bis in diesen Bereich reichen, damit beim Schneiden keine weißen Ränder entstehen. In PDFs entspricht er meist der BleedBox und ist üblicherweise 2–3 mm größer als das Endformat. Bei uns beträgt der Beschnitt 2 mm.
Beispiel: Bei einem A4-Flyer mit 3 mm Beschnitt beträgt das Endformat 210 × 297 mm. Der Beschnittrahmen bzw. das Datenformat liegt dann bei 216 × 303 mm.